Ubi Erat Lupa

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Burgenländisches Landesmuseum

Im kleinen Eisenstadt war einst die Große Welt zu Gast. Das verdankt das Städtchen der Familie Esterhazy, seit 1622 Besitzer des Schlosses, bis heute das dominierende Gebäude des Ortes. Im vierflügeligen Barockbau mit Ecktürmen steckt noch sichtbar die mittelalterliche Burg, die seit dem 12. Jh. bezeugt ist. Zu seinen Füßen erstreckt sich die Altstadt entlang von drei parallel laufenden Straßen. Das Rathaus wurde nach der Erhebung Eisenstadts zur Freistadt 1648 gebaut, nachdem sich die Bürger ihre Unabhängigkeit vom Schlossherren nicht nur mit Geldzahlungen, sondern auch Weinlieferungen an den Kaiser erkauft hatten. Etwas westlich der Altstadt steht auf dem Eisenstädter Oberberg die Bergkirche, eigentlich nur der Altarraum einer von den Esterhazys geplanten großen Wallfahrtskirche. Hier liegt der fürstliche Kapellmeister Joseph Haydn begraben, dessen Eisenstädter Wohnhaus zum Museum geworden ist. Neben der Bergkirche erhebt sich der aufgeschüttete Kalvarienberg mit bizarrer Architektur und theatralischen, bunt bemalten Figuren. Die besonders eindrucksvolle Ecce-Homo-Szene mit der Gruppe von Juden, die als zeitgenössische Bürger auftreten, erinnert an das Eisenstädter Ghetto, das neben dem Schloss als abgegrenzter Bezirk erhalten ist und in dem sich heute das Burgenländische Landesmuseum befindet. Reiche Funde belegen die dichte römerzeitliche Besiedlung der Region, wo viele Landgüter der einheimischen Oberschicht und von Veteranen aus Carnuntum lagen.