Ubi Erat Lupa

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Bilddatenbank zu antiken Steindenkmälern

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Sammlungen

Nicht wenige der heute existierenden Museen sind aus Sammlungen entstanden. Das Bedürfnis, aus dem „Ewigkeitsmaterial“ Stein geschaffene Denkmäler zu sammeln, also Lapidarien anzulegen, entzündet(e) sich am Bildungsgut, das antike Steindenkmäler vermitteln, an ihrer Schönheit, aber auch an ihrem monetären Wert.

Im Rückblick sieht man, in welchem Ausmaß das Sammeln und das, was wir heute als Plündern bezeichnen, zusammenhängen: Jahrhundertelang war es üblich, durch Steinraub und wilde Grabungen in antiken Stätten einen schwunghaften Handel zu befriedigen (Kommerzplünderer), aus dem Adel und Klerus Antikensammlungen aufbauten. Eine Ebene höher liegen die militärischen Plünderer, deren prominenteste Vertreter Sulla (Plünderung von Athen 86 v. Chr.), Enrico Dandolo (Plünderung von Konstantinopel 1204) und vor allem Napoleon waren. Napoleons Kunstkommissar Vivant Denon, der wegen seines Kunstverständnisses europaweit bewundert wurde, räumte die Residenzen, Schlösser und Museen der besiegten Gegner aus. Mit den antiken Skulpturen füllte Denon das Erdgeschoß des Louvre, der seit 1803 „Musée Napoléon“ hieß. So kam z.B. nach der Eroberung von Wien im Jahre 1809 der berühmte Amazonensarkophag in den Louvre, um als Basis für den sterbenden Gallier zu dienen, eine jener berühmten Skulpturen, die aus Rom abtransportiert worden waren. Leiter dieser „Sammlung“ wurde der römische Archäologe Ennio Quirino Visconti, der richtungweisende Ausstellungskataloge verfasste und deshalb in die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (AIBL) aufgenommen wurde.

Nach dem Sieg über Napoleon wurden viele Steindenkmäler nicht mehr zurückgebracht, weil die Geplünderten sich dafür gar nicht interessierten oder die Transportkosten scheuten, weil der damalige Antikenmarkt übersättigt war, vor allem aber, weil Denon geschickt Widerstand leistete. Damit ist der Louvre das größte Antikenmuseum der Welt geblieben und enthält viele ausländische Sammlungen, die ihrerseits auf verschiedenste Weise entstanden waren. In solchen Fällen führt die Frage nach dem rechtmäßigen Besitzer eines antiken Steindenkmals ins Nirwana: Kulturdenkmale sind Eigentum der ganzen Menschheit. Das Internet ist das Medium, das dem Rechnung trägt.

Der Sturz Napoleons und das Triumphgefühl der Sieger bewirkten, dass der Wert des nationalen Kulturerbes ins allgemeine Bewusstsein drang und – z.B. auf österreichischem Boden – Museen entstehen ließ, die sich als steirisches, kärntnerisches oder tirolisches Nationalmuseum fühlten und ihrerseits Steindenkmäler zu sammeln begannen oder erhielten. Auf adeligem Grundbesitz bildeten ausgeackerte Römersteine eigene Privatsammlungen. Über allen aber standen die Sammlungen des "Allerhöchsten Kaiserhauses", in die im Laufe der Zeit Einzelsammlungen integriert wurden – auf die vielleicht kurioseste Weise die Sammlung Khaznadar (siehe unten).

Dem ganzheitlichen Prinzip von Lupa folgend wird die Zugehörigkeit eines Steindenkmals zu einer Sammlung immer berücksichtigt - auch dann, wenn es verloren ist. Das Menü "Sammlungen" lässt daher ältere Sammlungseinheiten aufleben, macht die Sammlungsprinzipien ihrer Eigentümer sichtbar und beleuchtet die Entstehungsgeschichte von Museen.

Im Internetzeitalter ist ein virtueller Typ von Sammlung entstanden – Websites. Dazu gehören ideell-wissenschaftliche Projekte wie die Elektronische Datenbank Clauss-Slaby (EDCS) und Lupa, institutionell-wissenschaftlich verankerte wie Arachne (DAI) und Nouvel Espérandieu (AIBL) und Onlinekataloge von Auktionshäusern. Letztere in Lupa einzupflegen ist der Lupa-Redaktion nur in beschränktem Maße möglich, weshalb auch mit Auktionshäusern eine Zusammenarbeit angestrebt wird.

Siehe auch die Einleitung zu den Menüs: Über Lupa, Fotografen

Ort Sammlung Denkmäler
Bad Deutsch Altenburg Ludwigstorff 75
Bad Deutsch Altenburg Hollitzer 20
Bad Deutsch Altenburg + Petronell-Carnuntum Traun 96
Ebreichsdorf Beck 14
Hainburg Widter 28
New York Sotheby's 16
Trebinje Ducic 64
Trieste Arcadi Sonziaci 16
Venezia Grimani 146
Wien Este - Catajo (ehemals Obizzi) 163
Wien Khaznadar 34
Wien Trau 30
Zadar Danieli 12
Zagreb Nugent 60