Ubi Erat Lupa

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Kaiser Karl VI.

Beim Bau der Festung Karlsburg in Siebenbürgen - heute Alba Julia in Rumänien - kamen auf dem Gebiet des Legionslagers und der römischen Siedlung Apulum zahlreiche Inschriftsteine zutage. Auf Veranlassung des Veroneser Gelehrten Scipione Maffei, dem der in Karlsburg stationierte Graf G. Ariosti von den Funden berichtet hatte, wurden 1723 64 Römersteine per Schiff über Mures, Theiß und Donau nach Wien gebracht. Eines der Schiffe versank mit 17 Steinen in der Theiß, die anderen Stücke kamen in die kaiserlichen Sammlungen und wurden in der Antecamera der Hofbibliothek aufbewahrt. Dort befand sich schon seit Kaiser Maximilians Zeiten eine Inschrift aus Celje in Slowenien. Weitere Inschriften sah Kaiser Karl 1728 auf einer Reise in Celje und ließ sie ebenfalls nach Wien bringen. Unter Maria Theresia kamen noch 2 Steine aus Siebenbürgen und 2 aus Rom, ehemals im Besitz des Prinzen Eugen, in die Sammlung. Beim Umbau der Hofbibliothek 1867 wurden die Steine in die Wände des Stiegenhauses eingemauert, wobei 9 Stücke verloren gingen. Die übrigen sind bis heute in der Eingangshalle, im sogenannten Camineum und im Stiegenhaus zu sehen. Typisch ist die kaiserliche Vorliebe für römische Inschriften als Repräsentanten der Macht des Imperium Romanum, als dessen Erbe sich der Kaiser in Wien sah.

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