Ubi Erat Lupa

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Museum Carnuntinum

Heute markiert eine Bodenwelle auf der Route zwischen Petronell und Bad Deutsch Altenburg die Stelle, wo die Straße auf der Trasse der römischen Limesstraße das Legionslager Carnuntum durchquert. Schon lange bevor Tiberius, der Stiefsohn des Augustus, hier im Jahre 6 v.Chr. gegen den Germanenkönig Marbod aufmarschierte, kreuzte in der Nähe ein alter Handelsweg die Donau und zog, wie sein Name Bernsteinstraße sagt, Richtung Ostsee. Die befestigte keltische Siedlung namens Karnuntum lag wohl auf dem Braunsberg bei Hainburg. Dass Carnuntum eine der wichtigsten Festungen an der Reichsgrenze, Sitz des Oberbefehlshabers und Statthalters der Provinz Oberpannonien, wurde, ergab sich aus dem Scheitern römischer Eroberungspläne, die einen March-Elbe-Limes vorgesehen hatten. Aber 9 n.Chr. machten die Germanen den Legionen des Varus den Garaus und es blieb beim Rhein- und Donaulimes. Die strategische Bedeutung von Carnuntum zeigt sich auch daran, dass neben dem Legionslager auch ein Hilfstruppenlager bestand. Eine von Süden kommende Straße führte durch eine ausgedehnte Siedlung (canabae) auf das Legionslager zu, neben dem östlichen Lagertor liegt das gut erhaltene Amphitheater für das Militär. Funde aus dem Carnuntiner Gebiet werden im 1908 eröffneten Museum Carnuntinum am Rande des Kurparks von Bad Deutsch Altenburg ausgestellt. Hinter dem Museum stand zur Römerzeit ein Wachtturm, im 11. Jh. wurde die hier gegen die Ungarn errichtete Burg samt ihrem Namen Heiminburg weiter östlich nach Hainburg verlegt, Deutsch Altenburg erhielt seinen Namen von der aufgegebenen alten Burg. Die warmen Quellen wurden schon von den Römern benützt, der heutige kleine Kurort entwickelte sich seit der Biedermeierzeit. Außerhalb des Ortes stehen auf einem Hügel oberhalb des Donauufers die sehenswerte romanische Kirche mit dem prächtigen gotischen Chor und der runde Karner mit reich dekoriertem Portal.