Ubi Erat Lupa

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Bilddatenbank zu antiken Steindenkmälern

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Römermuseum Teurnia

Fährt man von Spittal an der Drau nach Westen, erhebt sich links ein isolierter bewaldeter Hügel, der Holzerberg. Seine steilen Hänge, eine Quelle auf dem Hochplateau und die Lage im Drautal nahe der Einmündung des Liesertales begünstigten die frühe Besiedlung. Die Römer machten aus der befestigten keltischen Siedlung die römische Stadt Teurnia, deren Forum auf der Terrasse am Osthang lag, während der Tempel des Apollo Grannus, eines keltischen Heilgottes, nahe einer Quelle östlich der heutigen Kirche St. Peter stand. Teurnia war in der Spätantike Provinzhauptstadt und Bischofssitz (die Reste der um 400 n.Chr. erbauten Bischofskirche sind in einem modernen Gehäuse zu sehen). Die bekannteste archäologische Sehenswürdigkeit Teurnias ist die am Westfuß des Holzerberges aufgedeckte frühchristliche Friedhofskirche mit ihrem symbolbefrachteten Bodenmosaik, das vom Militärstatthalter (dux) der Provinz um 500 n.Chr. gestiftet wurde. Damals gehörte Teurnia zum Ostgotenreich Theoderichs, kam später an die Franken und verschwand nach dem Sieg der heidnischen Slawen über die christlichen Baiern in der Vergessenheit. Die Funde aus den Grabungen, die 1910 einsetzten und seit 1971 kontinuierlich stattfinden, sind seit Kurzem im eindrucksvollen Pfarrstadel (gegenüber der Kirche) in einer didaktisch wie ästhetisch geglückten Aufstellung zu sehen.