Ubi Erat Lupa

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Magdalensberg - Ausgrabungen und Filialkirche St. Helena und Maria Magdalena

Bei klarem Wetter genießt man vom Gipfel des (mit Kirche und Gasthof bestückten) Magdalensberges, der sich nordöstlich von Klagenfurt über der Ebene des Glantales (Zollfeld) erhebt, eine fabelhafte Aussicht. Das kann aber kaum das Motiv gewesen sein, knapp unterhalb dieses Gipfels im späten 1. Jh. v. Chr. eine Siedlung von städtischem Zuschnitt mit Forum, offiziösen Bauten, luxuriös ausgestatteten Wohnbauten und großem Podiumstempel anzulegen. Über den Sinn dieser Stadt auf dem Berg wurde viel gegrübelt und spekuliert. Handelsherren aus Aquileia, einheimische Handwerker, römisches Militär in so mühsam erreichbarer Höhe, während Noricum friedlich zum römischen Protektorat wurde, dessen Verkehrswege längst auch italischen Handelshäusern offen standen ? Der keltische Fürst auf dem Gipfel lässt sich so wenig verifizieren wie das norische Kultzentrum. Die jüngste archäologische Aufklärungsarbeit hat ein schnöde materialistisches Motiv für die aufwändige Bautätikeit in fast 1000 Meter Höhe ans Licht gebracht: Gussformen mit Stempel für Goldbarren in einem Baukomplex, der überzeugend als Hochsicherheitstrakt für die Ausbeute der norischen Bergwerke gedeutet wird. Die Versorgung dieses Platzes mit seinen Arbeitssklaven, Fuhrleuten, Wachmannschaften, Buchhaltern, Führungspersonal zog eine entsprechende Infrastruktur auf den Berg. Für die Archäologie ist der Magdalensberg ein Glücksfall: einerseits unzählige offene Fragen, andererseits ein ganz eindeutiges Ende. Alles römische dort oben hört hübsch genau um die Mitte des 1. Jhs. n.Chr. auf. Damals wurde Noricum offiziell Provinz des Römischen Reiches und man gründete deren Hauptstadt Virunum auf dem Zollfeld am Fuß des Berges. Auf dem Berggipfel wurde im Mittelalter die Kirche der heiligen Helena und Maria Magdalena errichtet, von der aus der Kärntner Vierbergelauf startet (siehe Ulrichsberg).