Ubi Erat Lupa

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Leonhardikapelle

Der von beiden Seiten steile und auf der Nordseite durch eine tiefe Schlucht erschwerte Aufstieg zum Loiblpass lässt kaum vermuten, dass hier schon zur Römerzeit die Karawanken überquert wurden. Dass man dabei auf Hilfe des Himmels hoffte, zeigen Funde von Altären, die der einheimischen Göttin Belestis zum Dank für überstandene Gefahren gestiftet wurden. Ein Altar ist heute in der Wegkapelle an der Straße unterhalb der Leonhardkirche aufgestellt, der zweite steht vor der kleinen Pfarrkirche in Unterloibl (falls er nicht im Museum in Ferlach bleibt, wo er Exponat in einer Ausstellung über den Loiblpass ist). Die römische und mittelalterliche Trasse, die die Schlucht weiträumig umging, wurde im 16. durch den Bau der Teufelsbrücke verkürzt, auch der erste Tunnel auf der Passhöhe existierte damals schon. Als 1728 Kaiser Karl VI. kundtat, den Loibl überqueren zu wollen, war dieser Tunnel so baufällig, dass er abgetragen werden musste um den hohen Herrn nicht zu gefährden. Der übrigbleibende Einschnitt wurde mit Obelisken dekoriert. Der heute bestehende Scheiteltunnel hat eine düstere Entstehungsgeschichte : ab 1943 bauten ihn Häftlinge aus Mauthausen. An sie erinnern Gedenktafeln und konservierte Reste des Lagers auf der Südseite - wirklich vorstellbar sind uns ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen wohl nicht.