Ubi Erat Lupa

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11693 Venus Anadyomene

Nr
11693
Objekt-Typ
Statue
Kommentar
Vergleichsstücke: Statuette Boston (M. B. Comstock – C. C. Vermeule, Sculpture in Stone. Museum of Fine Arts, Boston (1976) 120 Nr. 38), Statuette Bayonne (A. Personnaz – G. Bergès, Le Museé de Bayonne (1925) 14 Nr. 357)

Fundort

Fundort
Santi Ponce (Sevilla, Andalucia, Spanien)
Fundumstände
Theater
Antiker Fundort / Provinz
Italica, Baetica

Verwahrort

Verwahrort
Sevilla (Sevilla, Andalucia, Spanien)
Museum
Museo Arqueológico Provincial Sevilla
Inventarnummer
Gral 801, Reg. E. 5.396

Objekt

Erhaltung
Es fehlen der Kopf, der rechte Arm, der linke Oberarm und der rechte Unterschenkel.
Maße
Höhe: 211
Material
Marmor
Ikonographie
Venus Anadyomene : Vor dem Hintergrund ihres Mantels, an dem noch rote Farbspuren erhalten sind, steht die Göttin mit einer Lotusblüte in der Hand und einem Delphin zu ihrer Seite. Die majestätische Körperhaltung mit aufgerichtetem Oberkörper, weit zurückgesetztem Spielbein und dem locker herabhängenden linken Arm sowie die nassen, auf die Schultern fallenden Locken sind Ausdruck ihrer Erscheinungsform als Anadyomene. Die feste, muskulöse Gestaltung des Körpers greift auf klassische Formen zurück. Deutlich zeichnet sich die Muskulatur des Oberkörpers ab, der Unterkörper dagegen ist sehr weiblich gestaltet und mit großer Sensibilität beobachtet. Auch die sorgfältige Gestaltung der unterschiedlichen Oberflächen der Haut der Venus, ihres Mantels und der Schuppenhaut des Delphins sind Belege dafür, daß diese Skulptur von einem außergewöhnlichen Künstler geschaffen wurde. Die Venus ist ein typisches Werk des klassizistisch geprägten Eklektizismus der hadrianischen Zeit. Weitere Kopien dieser Figur sind in der Großplastik nicht bekannt, jedoch gibt es Parallelen in Terrakotta und zwei Marmorstatuetten in den Museen von Boston und Bayonne. Die Venus wurde in unmittelbarer Nähe zu einer Statue der Diana (I.2.2.1) gefunden. Es ist anzunehmen, daß diese Venus in Italica selber gefertigt wurde. Sie fügt sich in die Reihe der qualitativ hochwertigen hadrianischer Skulptur von Italica ein. Ob es sich bei der Venus allerdings um ein Werk handelt, das, wie P. León vermutet, von der im Süden der Iberischen Halbinsel auch in nach-phönizischer Zeit lebendig gebliebenen Verehrung für die orientalische Astarte beeinflußt wurde, ist fraglich.

Datierung

Phase
Hadrianisch
Begründung
nach Franz

Referenzen

Literatur
León 118 – 123 Abb. S. 119 – 123 (mit ausführlicher Literaturangabe); Niemeyer 368 Taf. 154; P. León, La afrodita de Italica, in: Beiträge zur Ikonographie und Hermeneutik, Festschrift N. Himmelmann, BJb Beih. 47, 1989, 405 – 410; García y Bellido 1949, 138 – 139 Nr. 140 Taf. 107; ders., Sobre el arte provincial romano en España, AEspA 14, 1940/41, 220 – 221; Hispania Antiqua. Denkmäler der Römerzeit 1993, 367 Taf. 154; A. Franz, Marmorplastik der römischen Kaiserzeit in der Provinz Baetica, Diss. Hamburg 2001, I.2.1.1 (FA-S 10 020/11)
Zitat
F. und O. Harl, Ubi Erat Lupa, http://lupa.at/11693
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Bearbeitung des Datensatzes

Archäologie

Angelika Franz

mail@angelika-franz.net

Hamburg

Letzte Änderung
2016-10-21 14:18:06 UTC

Über Ergänzungen und Korrekturen freut sich Friederike Harl friederike.harl@aon.at.